CBASP-Curriculum

Hier auch detaillierte Infos zum konkreten Vorgehen bei der Zertifizierung.

Präambel zur Verwendung der männlichen Sprachform in den nachfolgenden Texten:

Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir durchgehend die männliche Sprachform. Wir möchten darauf hinweisen, dass sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter gelten.


Zertifizierung als CBASP-Therapeut

Stand November 2018

Voraussetzungen:

  • Psychologen oder Ärzte mit abgeschlossener Psychotherapieaus- bzw. -weiterbildung (Approbation bei Psychologen, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie bei Ärzten).
  • Fundierte Kenntnisse in der Behandlung depressiver Patienten zw. 18-75 Jahre (mindestens 1-jährige aktive Behandlung).
  • Lektüre des Behandlungsmanuals (McCullough, 2000; dt. Übersetzung: Schramm et al. 2006; Elsevier oder McCullough, Schramm, Penberthy, 2015 CBASP - Chronische Depressionen effektiv behandeln. Junfermann Verlag) und des Buches „Treating Chronic Depression with Disciplined Personal Involvement" (McCullough, 2006; Dt. Übersetzung, 2011, Therapeutische Beziehung und die Behandlung chronischer Depressionen. Heidelberg: Springer.
  • Verhaltenstherapeutische Grundkenntnisse (bzgl. Verstärkerprinzipien, Konditionierung, soziales Kompetenztraining, Rollenspielen, etc.)
  • Mitgliedschaft im CBASP-Netzwerk e.V.

Fortbildungsprogramm:

1) Vermittlung von Theorie und Praxis des CBASP (didaktische Einheiten)

2) Supervision

3) Adhärenzrating

Bei der Organisation der Fortbildung muss der Kandidat selbstständig darauf achten, dass die Kurse und die Supervision so in Anspruch genommen werden, dass das Verfahren bei mindestens zwei unterschiedlichen CBASP-Trainern/Supervisoren erlernt wird. Werden Kurse nur von einem Trainer angeboten, soll der Kandidat in der Folge mindestens einen Fall bei einem Supervisor supervidieren lassen, der nicht auch Trainer war.

  • Vermittlung von Theorie und Praxis mit mind. 48 UE:

24 UE Workshop

Theorie, Life- und Videodemonstrationen sowie Übungen zur Situationsanalyse, Übertragungshypothese, zur interpersonellen Diskriminationsübung und zum kontrollierten, persönlichen Einbringen mit insgesamt 24 UE unter Leitung von einem zertifizierten CBASP-Trainer.

Webinare können nur in einem Umfang von 12 UE und nur im Bereich der Theoriefortbildung anerkannt werden, wenn sie durch die LPK/ LÄK CME-zertifiziert wurden.

24 UE Praxistage

Supervidiertes Üben der Techniken in Kleingruppen mit insgesamt 24 UE unter Leitung von einem zertifiziertem CBASP-Trainer.
Es wird empfohlen, dass Selbsterfahrung in die Praxistage oder in die Supervision integriert wird (z.B. Durchführung einer eigenen Situationsanalyse oder Erstellung einer eigenen Liste prägender Bezugspersonen).

  • Supervision und Selbsterfahrung

25 UE video- oder audiogestützte Supervision von 2 ambulanten* chronisch depressiven Patienten (mindestens 25 Therapiesitzungen pro Fall, mindestens jede 2. Sitzung supervidiert = mindestens 25 Supervisionssitzungen) durch zertifizierte CBASP-Supervisoren im In- oder Ausland (siehe Provider-Liste von www.cbasp.org und www.cbasp-network.org).

*Falls es sich um einen stationär behandelten Fall handelt, gilt,

  1. a) dass nur einer der zwei supervidierten Fälle stationär behandelt wurde,
    b) dass der Fall von einem zertifizierten CBASP-Supervisor supervidiert wird,
    c) dass es sich um eine CBASP-Einzeltherapie (also nicht ausschließlich um Gruppentherapie) handelt.
    Wenn ein CBASP Fall stationär begonnen wird, müssen mehr als 50% der Sitzungen auf die ambulante Weiterbetreuung entfallen, um den Fall als ambulanten Fall anzuerkennen.

Der Supervisor nimmt am Ende des Supervisionsprozesses schriftlich Stellung zur Qualität und Gestaltung der therapeutischen Beziehung und bescheinigt, dass der Therapeut im Verlauf der Supervisionsprozesses mindestens eine adhärente KPR durchgeführt hat.

Von den 25 Supervisionssitzung müssen mindestens 15 Sitzungen als Einzelsupervision durch einen zertifizierten CBASP-Supervisor erfolgen.

Maximal 10 Supervisionsstunden können im Gruppenformat unter Leitung eines zertifizierten CBASP-Supervisors erfolgen. Voraussetzung der Anrechenbarkeit einer Gruppensupervision ist das Einbringen eines eigenen Falls. Angerechnet wird die Zeit der Bearbeitung des eigenen Falls sowie die Hälfte der restlichen Gesamtzeit.

Selbsterfahrung: Es wird als empfohlen, dass der Supervisor zusammen mit dem Supervisanden zu Beginn des Supervisionsprozesses eine Liste der prägenden Bezugspersonen des Supervisanden erstellt.

  • Adhärenzrating

Erfüllen der formalen Adhärenz-Kriterien. Hierzu werden schriftliche Protokolle und Videoaufnahmen einer SA (Situationsanalyse) sowie einer IDÜ (Interpersonelle Diskriminationsübung) von einem weiteren zertifizierten CBASP-Supervisor geratet. Die Adhärenz ist gegeben, wenn mindestens 4 von 5 Punkten erreicht werden (weitere Infos hier). (Erreichen von 4 oder 5 Punkten kann auch gegeben sein, wenn von dem zu beurteilenden Teilschritt der Intervention gut begründet abgewichen wurde.) Hier finden Sie einen Vorschlag zum Ablauf des Adhärenzratings.

Eine Liste mit CBASP-Supervisoren, die Ratings übernehmen, kann bei der Zertifizierungsbeauftragten angefragt werden.


Kriterien für die Zertifizierung als CBASP-Co-Therapeuten für Sozial- und Pflegeberufe

 

Es gibt verschiedene Kontexte und Settings, in denen CBASP-Co-Therapeuten arbeiten. Grundsätzlich ist der CBASP-Co-Therapeut ein Co-Therapeut in Gruppen, die von einem zertifizierten CBASP-Therapeuten geleitet werden. CBASP Co-Therapeuten können ihrer spezifischen beruflichen Qualifikation entsprechend (z.B. Krankenpflege, Ergotherapie, Physiotherapie oder Soziotherapie) in Abstimmung mit dem Konzept ihrer Einrichtung CBASP-Elemente in ihre jeweiligen Angebote integrieren. Der CBASP Co-Therapeut gestaltet die Beziehung zu seinen CBASP-Patienten unter Berücksichtigung des Stimuluscharakters und der Übertragungshypothese. CBASP Co-Therapeuten sind nicht dafür zertifiziert, eigenverantwortliche psychotherapeutische Tätigkeiten auszuüben.

Folgende Bausteine müssen erfüllt sein:
1. Voraussetzungen (Diplom, Bachelor, Master oder abgeschlossenes Examen)
2. Theorie in einem anerkanntem Psychotherapieverfahren (20 UE)
3. Theorie in CBASP (vermittelt z.B. in Einführungs- und Aufbau Workshop, 24 UE)
4. CBASP-Praxistage (24 UE)
5. Berufliche Tätigkeit mit chronisch depressiven Patienten (mind. 3 Monate)
6. Durchführung einer CBASP-Gruppe als Co-Therapeut
7. Nachweis der CBASP-Kompetenzen
8. Mitgliedschaft im CBASP-Netzwerk e.V.

Zu 1. Voraussetzungen (Diplom)
Abgeschlossenes Examen als Krankenschwester oder –pfleger, Diplom, Bachelor oder Master in Sozialpädagogik, Sozialarbeit, Pädagogik oder Psychologie (nicht approbiert), abgeschlossene Ausbildung zum Ergotherapeut, Körpertherapeut oder Physiotherapeut.

Zu 2. Theorie in einem anerkanntem Psychotherapieverfahren
Nachweis der Teilnahme an einem Grundkurs in psychotherapeutischen Standardmethoden mindestens 20 UE. Inhalte sollten Entwicklungspsychologie, interpersonelle Psychologie, Lernpsychologie und Gesprächsführung umfassen. Diese Kenntnisse können beispielsweise auch nachgewiesen werden durch bereits absolvierte Teilnahme an einer Fachpflege-Weiterbildung oder Studieninhalte.

Zu 3 und 4. Ausbildung in CBASP
Nachweis der Teilnahme an den Theoriebausteinen eines vom CBASP Netzwerk zertifizierten Trainers: Einführungskurs (12 UE: Einführung in CBASP und ins stat. Konzept), Aufbau-Workshop (12 UE) und Praxistage (24 UE). Der zeitliche Gesamtumfang beträgt 48 Stunden.

Zu 5. Berufliche Tätigkeit mit chronisch depressiven Patienten (mind. 3 Monate)
Nachweis einer ganztägigen Tätigkeit auf einer Station, Tagesklinik, Ambulanz oder sozialpsychiatrischen Einrichtung (oder eines Äquivalents), die chronisch depressive Patienten behandelt.

Zu 6. Durchführung einer CBASP- Gruppe als Co-Therapeut
Schriftlich dokumentierte Teilnahme an einer von einem zertifizierten CBASP-Therapeuten geleiteten CBASP-Gruppe (Situationsanalysen und Kiesler-Kreis-Training) als Co-Therapeut oder Hospitant (insgesamt 6 Gruppensitzungen).

Zu 6. Nachweis der CBASP-Kompetenzen
Schriftliche Reflektion eines CBASP-Prozesses am Beispiel eines konkreten Falls, der einem externen CBASP-Supervisor zur Prüfung vorgelegt wird. Diese Fallbeschreibung beinhaltet Prägung/Stempel, Übertragungshypothese, eine Situationsanalyse und die Beziehungsgestaltung mit dem Patienten vor dem Hintergrund des Stimuluscharakters und der Übertragungshypothese. Ein besonderer Fokus bei dieser Fallbeschreibung liegt auf der eigenen co-therapeutischen Arbeit in der Gruppentherapie.

 


Kriterien zur Zertifizierung als CBASP-Trainer

  1. Zertifizierter CBASP-Therapeut (mindestens 3 Jahre nach Zertifizierung).
  2. Behandlung von weiteren mind. 5 Patienten mit CBASP nach Zertifizierung als Therapeut. Die einzelnen Behandlungen sollen jeweils über mind. 6 Monate und mind. 20 Therapiesitzungen (bei stationär behandelten Patienten auch kürzer) stattfinden. Mind. 3 Fälle sollen ambulant behandelt und mit 20 bestätigten Einzelsupervisionsstunden oder einer entsprechende Anzahl an Gruppensupervisionsstunden supervidiert werden. Über die restlichen Fälle wird eine Falldokumentation angefertigt.
  3. Mitglied des CBASP-Netzwerk e.V.
  4. Nachweis kontinuierlicher Fortbildung mit mind. 24 UE über 3 Jahre durch zusätzliche Workshops oder Praxistage für Fortgeschrittene bei James McCullough oder im Rahmen anderer anerkannter Veranstaltungen (z.B. CBASP-Curriculum, CBASP-Netzwerktreffen, Trainer-Veranstaltungen i.R. der Mitgliederversammlungen).
  5. Zusätzliche Teilnahme als Co-Trainer an einem CBASP-Workshop mit mindestens 24 UE unter Anleitung eines seit mind. 3 Jahren zertifizierten CBASP-Trainers (unentgeltlich).
  6. Zusätzliche Teilnahme an einem CBASP Trainer-Training (8 UE plus praktischer Prüfungszeit von 30 Min. pro Kandidat), der mindestens einmal pro Jahr von einem Senior-Trainer (mind. 5 Jahre Trainingserfahrung) angeboten wird (z.B. bei den CBASP-Netzwerk e.V. Veranstaltungen) und mit dem Bestehen einer Abschlussprüfung endet.

Kriterien zur Zertifizierung als CBASP-Supervisor

  1. Zertifizierter CBASP-Therapeut und CBASP-Trainer (mind. 1 Jahr nach CBASP-Trainer Zertifizierung)
  2. Kontinuierliche Durchführung weiterer CBASP-Therapien (nach Selbstauskunft)
  3. Anerkannter Supervisor (nach allgemeinen Kriterien)
  4. Teilnahme an einem CBASP Supervisoren-Workshop (8 UE), der mindestens einmal pro Jahr von einem Senior-Supervisor (mind. 5 Jahre Supervisionserfahrung) angeboten wird (z.B. bei den CBASP-Netzwerk e.V. Veranstaltungen).
  5. Mitglied des CBASP-Netzwerk e.V.
  6. Nachweis von Super-Supervision an mind. 1 CBASP-Fall, d.h. Anleitung (mind. 6 Sitzungen) durch einen Senior-Supervisor über den Verlauf einer Supervision von einem gemeinsam supervidierten CBASP-Fall (mit mind. 16 Therapiesitzungen). Abschluss: Adhärenzrating einer supervidierten Sitzung (SA und IDÜ) mit akzeptabler Beurteiler-Übereinstimmung.